A A A

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie ....

04.10.2010

Amüsantes - aber nicht gewusst! So könnte das Fazit nach eineinhalb stündiger Märchenreise rund um die Welt lauten. Denn wer wusste schon,  dass es 20 Matratzen waren unter der sich die Erbse befand, die der „Prinzessin auf der Erbse" den Schlaf raubte, die wiederum durch ihr Wehklagen vom Prinzen als eine „wirkliche" Prinzessin erkannt wurde, nach der er  so lange vergeblich gesucht hatte. Und dass  es im Land der Mitternachtssonne Trolle mit bis zu sechs Köpfen gibt, die sonnen-scheu nur in Winternächten ihr Unwesen treiben, war wohl auch nicht jedem bekannt. Ein mexikanisches Märchen erzählt von einer Frau, bei der sich nachts nach einem Zauberspruch das Fleisch von den Knochen löst und die dann als  ein abscheuliches Hexen-Skelett den Menschen Angst und Schrecken einjagt. Ihr Mann kommt hinter das Geheimnis und beendet den grausamen Spuk, indem er das Fleisch der Frau, was bei der Verwandlung in ein Skelett übrig bleibt, in kleine Stücke zerhackt und es mit Salz bestreut und dadurch tötet. Ein Beleg dafür, dass es auch in Märchen aus anderen Ländern ähnlich wie in unseren Märchen ziemlich brutal und böse zugeht.

Trotz der Fernsehkonkurrenz mit „Wetten dass?" und der „Rintelner Weintage"  hatte sich eine „Stammhörerschaft" in der Stadtbücherei eingefunden, um der gewohnt lebendigen Vortragsweise der Lesefreunde zu lauschen und sich mit reichlich Applaus dafür zu bedanken. Die von Andrea Tuschke, der Leiterin der Stadtbücherei, zusammengestellte Märchenreise um die Welt, begann in Deutschland mit Rotkäppchen, bewegte sich über Kontinente hinweg und fand ihr Ende in Österreich mit einem Märchen, im dem eine alte Frau den Teufel in einem Nähwettstreit besiegt; und mit einem Zitat Christian Andersens, der gesagt haben soll: „Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst!"

Da die Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche und in Kooperation mit dem Familienbüro der Stadt Rinteln stattfand, sorgten Mareen Fennert und Claudia Fricke-Frevert für das leibliche Wohl der Gäste. Durch schmackhafte türkische Snacks und einem guten Wein, ausgewählt und serviert von Uta Fahrenkamp („Buch & Wein"), unterstützt von Elke und Norbert Klinner, bekam der Abend auch noch eine kulinarische Note.

Ein Erfolg war auch das deutsch-türkische BilderBuchKino, welches in der letzten Woche erstmals - ebenfalls im Rahmen der Interkulturellen Woche - stattfand. Brigitte Wiegand und Aysegül Erbay lasen in deutscher und in türkischer Sprache die Geschichte von dem kleinen Eisbären Lars, der auf einer Eisscholle nach Afrika treibt. Im Anschluss spielten deutsche und türkische Kinder gemeinsam mit ihren Müttern und Vätern das Spiel „Der Plumpsack geht rum". Und nach anfänglichem Staunen, dass die Kinder zweier so unterschiedlicher Kulturen, die gleichen Spiele spielen, dauerte es nicht lange, da konnten alle Mitspieler auch die türkische Version des Liedes laut mitsingen! Zukünftig soll nun alle 3 Monate ein deutsch-türkisches BilderBuchKino gezeigt werden - und es wird auf rege Beteiligung auf türkischer und deutscher Seite gehofft.