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Jetzt auch Baumbestattungen in Rinteln

28.03.2011

Der neue Friedhof in Krankenhagen ist in den achtziger Jahren als Waldfriedhof angelegt worden. Viele große Bäume stehen deshalb auf dem Gelände - eine Voraussetzung, die die Stadt Rinteln jetzt genutzt hat, um einem Trend in der Bestattungskultur zu folgen. Sie bietet auf dem Friedhof ab sofort die Möglichkeit zu Baumbestattungen, die denen in einem Friedwald ähneln.

„Wir haben einen Bereich des Friedhofs für diese Bestattungsform angelegt", erklärt Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Die erste Idee zu diesem Projekt gab es schon im Jahr 2008, doch es mussten erst einige Vorbereitungen getroffen werden. Zusätzlich zu den schon vorhandenen Bäumen, wie einer stattlichen Buche und einer Silberkiefer, wurden neue Bäume gepflanzt, um die herum zukünftig die Urnen zur letzten Ruhe gebettet werden können. Etwa zwölf Urnen pro Baum sind eingeplant. „So können wir 60 bis 70 Plätze anbieten", sagt Silvia Wächter von der Stadtverwaltung.

Schon jetzt strahlt der Bereich des Friedhofs, in dem die Baumbestattungen vorgenommen werden können, eine ganz eigene Ruhe aus. Überall sprießen Frühblüher aus der Erde, die ohne erkennbare Ordnung auf dem Gelände gesetzt wurden. Beete, gestochene Kanten oder Wege, die über die Fläche führen, gibt es nicht. „Wir werden den Boden lediglich noch mit ein paar Stauden impfen", erklärt Klaus-Ulrich Hartmann, Leiter des Baubetriebshofes. Ansonsten ist „Extensive Pflege" das Stichwort, das für diesen Friedhofsteil gilt.

Buchholz ist sich sicher, dass die Nachfrage nach Bestattungen dieser Art groß ist. „Es gibt immer wieder die Situation, dass Angehörige, die sich um die Pflege des Grabes kümmern müssten, weit entfernt wohnen", sagt er. Als Lösung bietet die Stadt schon jetzt auf allen Friedhöfen Rasengräber für Urnen- und Erdbestattungen an. Doch immer mehr Menschen wollen es noch natürlicher und wünschen sich eine Waldbestattung. „Einen ganzen Friedwald haben wir in Rinteln nicht, aber jetzt können wir unseren Bürgern eine Alternative in der Heimatstadt bieten", sagt der Bürgermeister.


Die Baumbestattung geht dabei noch einen Schritt weiter als eine Rasenbestattung. Weist bei Letzterer eine in den Rasen eingelassene Platte auf die Lage der sterblichen Überreste hin, gibt es eine solche Kennzeichnung bei der Baumbestattung nicht mehr. „Falls eine Erinnerung an den Verstorbenen gewünscht ist, gibt es aber die Möglichkeit, eine Messingtafel an einer zentralen Gedenkstele anzubringen", erklärt Wächter.


Um den Eindruck eines grünen Waldes noch zu verstärken, hat der Baubetriebshof eine Hecke rund um den Friedhofsbereich gepflanzt, sodass in wenigen Jahren nichts mehr von dem Zaun, der den Friedhof begrenzt, zu sehen sein wird. Eine Tatsache, über die sich besonders Ortsbürgermeister Gerhard Werner gefreut hat. Er ist mit der Umsetzung des Projekts sehr zufrieden. Lediglich ein paar Bänke zum Verweilen würde er sich auf dem neuen Friedhof noch wünschen. Und auch die soll es in Kürze geben, haben die Vertreter der Stadt zugesagt.

Schaumburger Zeitung vom 28.03.2011