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Winterdienst als anspruchsvolles Unterfangen

08.01.2026

Nachfolgende Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln vom 08.01.2026

Heimischer Bereich der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr trotzt den schwierigen Bedingungen 

Die letzten Tage und Wochen haben den Autofahrern im Weserbergland viel abverlangt. Schwierige Witterungsverhältnisse in Form von Kälte, Schnee und Glätte haben die Bedingungen für sicheres Fahren erheblich erschwert. Und die Wettervorhersagen für die nächste Zeit lassen wohl erstmal kein Aufatmen zu, auch die kommenden Wochen werden eine erhöhte Aufmerksamkeit und vorsichtiges Fahren von allen abverlangen.

Um die Bedingungen so sicher wie nur möglich zu gestalten, arbeiten die Beschäftigten der vier Straßenmeistereien des Geschäftsbereiches Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) weit über dem normalen Arbeitspensum. Der Schulweg, der Weg zur Arbeit und allgemein die Fahrten zu Freunden, Verwandten oder die Einkaufsfahrten sollen so wenig wie möglich durch das Wetter beeinträchtigt werden. Dafür nehmen die Beschäftigten der Meistereien in Hameln, Eschershausen, Stadthagen und Rinteln viel in Kauf.    

Wenn draußen noch Dunkelheit herrscht und viele Menschen schlafen, beginnt für sie im Winterdienst bereits ein langer und anstrengender Arbeitstag. Frühes Aufstehen, ungemütliche Witterung, Kälte, Schnee und Eis gehören zur täglichen Routine. Gerade in Regionen wie dem Weserbergland ist der Winterdienst besonders gefordert. Die hügelige Landschaft, schmale Landstraßen, Steigungen, Kurven und abgelegene Orte vervollständigen die große Herausforderung für die Fahrer auf ihren Einsatzfahrzeugen.

Zur Einordnung: Zum Geschäftsbereich Hameln gehören die Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg; dementsprechend groß ist das Streckennetz, das durch den Winterdienst abgedeckt werden muss. Bei den Bundesstraßen sind es 301, bei den Landesstraßen 551 und bei den Kreisstraßen sind es 515 Kilometer, die abgefahren werden müssen.

Mit schweren Räumfahrzeugen und Streuern sind die Mitarbeiter oft stundenlang unterwegs, um die wichtigsten Verkehrswege befahrbar zu halten. Dafür müssen sie gut vorbereitet sein und vor allem auch genug Streugut zur Verfügung haben. Und das haben sie. Die Straßenmeisterei Rinteln hat drei Silos zur Lagerung. Die beiden Silos in Krückeberg haben jeweils ein Fassungsvermögen von 250 Tonnen, die Halle in Rinteln fasst 500 Tonnen. Der Meisterei Eschershausen stehen 1.115 Tonnen Lagerkapazität zur Verfügung, der Meisterei Hameln mit ihren Hallen in Emmerthal und eben in Hameln hat Platz für 1.400 Tonnen. Die Silos der Meisterei Stadthagen fassen 1.850 Tonnen. Alle aufgezählten Hallen/Silos waren zu Beginn der Kältephase komplett gefüllt.

Mit eigenen und auch Fremdfahrzeugen werden Bundes-, Landes- und Kreisstraßen und auch Radwege bearbeitet. Der Einsatz fordert den Winterdienst körperlich und mental. Schlechte Sichtverhältnisse, rutschige Fahrbahnen und Zeitdruck gehören zum Alltag. Viele Einsätze ziehen sich über Nacht oder beginnen in den frühen Morgenstunden, damit die Straßen rechtzeitig zum Berufsverkehr möglichst sicher sind. Zunächst werden Hauptverkehrsstraßen, Bus- und Rettungswege geräumt. Es folgen Nebenstraßen, Wohngebiete und dann wenig befahrene Wege.

Trotz aller sorgfältiger Planung und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten der Straßenmeistereien gilt auch, dass der Winterdienst nicht überall gleichzeitig sein kann. Bei starkem Schneefall oder plötzlichem Eisregen stoßen auch gut organisierte Strukturen an ihre Grenzen.

Unter anderem aus diesem Grund appelliert auch die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden regelmäßig an alle Verkehrsteilnehmenden, ihre Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse anzupassen. Zudem ist genügend Sicherheitsabstand, das Fahren mit entsprechender Bereifung sowie ein generell vorausschauender Fahrstil notwendig. Wer bei Schnee und Eis unterwegs ist, sollte mehr Zeit einplanen und unnötige Fahrten möglichst vermeiden. Vor Fahrtantritt ist für eine ausreichend gute Sicht zu sorgen. Das Freikratzen eines kleinen Gucklochs in der ansonsten rundherum vereisten Scheibenfläche reicht nicht aus, um am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Der Winterdienst leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Verkehrssicherheit, gerade in anspruchsvollen Regionen wie dem Weserbergland. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme, Geduld und verantwortungsbewusstem Verhalten kann jede und jeder dazu beitragen, dass die kalte Jahreszeit für alle sicherer wird. Denn sichere Verkehrswege sind Teamarbeit – zwischen Winterdienst, Polizei und allen, die im Winter unterwegs sind.